Juni 2011
Begegnungen der anderen Art
Schon immer sind Igel durch unseren Garten gelaufen, haben Nester und Schlafmulden
gebaut. Sie haben Trampelpfade auf dem Wall angelegt und den Gartenteich als
Tankstelle aufgesucht. Die kleinen Heckenschweine mit den niedlichen Knopfaugen,
den hübschen brauen Stacheln mit weißen Spitzen sind in unserem Garten immer
willkommen gewesen. Gerade weil sie zu meiner großen Freude natürlich mit dem
Minirüsselchen die Schnecken gefunden haben und mit unglaublich lautem Schmatzen
auch noch rein biologisch entsorgten. Auch die Pünktlichkeit mit der die meist
nachtaktiven Insektenfresser über unsere Terrasse liefen, egal ob wir auf der Terrasse
saßen oder nicht und uns ganz kurzsichtig anblitzelten, erfreute uns immer sehr.
Aber ... dann kam Mary ...
... und Tatsache ist : Mary mag keine Igel ...
... zumindest nicht in ihrem Revier.
Und trotz netten Erklärungsversuchen von uns ist Mary nicht bereit, die enge
Verwandschaft des Igels mit der Spitzmaus zu ignorieren. Auch diese gehören ganz klar
auf die terriertypische "Rote Liste" , die für sie auf gar keinen Fall zu ignorieren sind.
Schüttel mit dem Kopf
Unverständlich für mich, dass Tiere, die mit einem so guten Gehör ausgestattet sind,
immerhin reicht es bis in den Ultraschallbereich, die Warnquitschlaute nicht verstehen
wollen oder können. Diese werden von der anderen Seite des Zauns von der
Russellbande bei jeder Gelegenheit und jedem Kontrollgang prophylaktisch
ausgestoßen und anscheinend ganz schnöde ignoriert :0 !!
Feinde
Außer ihrem größten Feind, dem Auto, haben die Igel im Tierreich natürliche auch
Feinde wie dem Uhu, Fuchs und Dachs. Und zu meinem großen Bedauern muss ich auch
Mary und die Jungs auf die Feindeliste setzen. Denn auch ihre bis zu 8000 Stachen
reichen einfach nicht aus, um die Terrier davon abzuhalten in die Heckenschweine zu
beißen, egal ob das Maul voller Stacheln ist, die wir wieder rausziehen müssen.
Schlimmer als die Stacheln sind die Igelmitbewohner, die auf diesen Weg gleich mal
ihren Aufenthaltsort wechseln und sich gut sichtbar auf den Terrier tummeln.
Nicht zu überhören ;)
Zum Glück sind die Terrier-Igel-Begegnungen immer in einer solchen Lautstärke
(sicher hört es auch die ganze Nachbarschaft), sodass wir die stacheligen Einwanderer
immer noch aus ihrer kniffligen Lage befreien konnten. Und so werden die Igel
eingefangen, in einen Eimer gesetzt und an einem anderen igelfreundlichen Platz, der um
einiges von hier entfert ist, wieder in die Freiheit entlassen.
Nicht das wir uns zurücklehnen können, entweder schafft es genau dieser kleine Bursche
immer wieder in sein Revier zurück zu kommen, hier gibt es alles was ein Igelherz begehrt,
oder kaum ist einer weg steht auch schon der nächste da, um seinen Platz ein zu nehmen.
Kommt einen doch gleich so bekannt vor und man denkt an die Geschichte von
" Hase und Igel " - BIN SCHON DA - Und so werden wir ganz sicher noch die eine oder
andere Begegnung mit den Stacheltieren haben.
Susanne
Juni 2011
Eriaceus europeus
Foto: Julia-Michelle
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